Das sind die Internet-Trends für 2010

Mac & Tech, Medien, Social Media, Web

Das Jahr 2009 ist kaum zuende, schon kündigen sich zu Beginn des neuen Jahres große Ding an. Ich habe fünf Themen heraus gesucht, die meiner Ansicht nach im neuen Jahr besonders für Gesprächsstoff sorgen werden.

Soziale Netzwerke

GowallaDer gewichtigste Trend der vergangenen zwei Jahre, die zunehmende Vernetzung der Menschen über soziale Netzwerke wie Facebook, StudiVZ, Xing oder LinkedIn, wird sich auch im neuen Jahr fortsetzen. Vor allem lokalbasierte Dienste wie Foursquare, Gowalla oder auch Koobloo können wegen des eingebauten Spaßfaktors großen Zulauf erwarten.

Für Unternehmen bedeutet dies, dass sie ihre Social Media-Strategie fortsetzen und laufend anpassen müssen. Das rechnet sich. In den USA rechnen führende Social Media Experten für 2010 erstmals mit Gewinnen, die sich mit mit Kampagnen bei Facebook, Twitter und Co. erzielen lassen.  Dagegen steckt in Deutschland das geschäftliche Engagement in Netzwerken oft noch in den Kinderschuhen. Viele Unternehmen pflegen weder einen Twitter-Acount, noch versuchen sie über Facebook neue Formen der Kundenbeziehung zu pflegen. Dagegen plaudern ihre Mitarbeiter manchmal munter aus dem betrieblichen Nähkästchen. Social Media Policys, also verbindliche Regeln für das Online-Verhalten von Mitarbeitern, werden 2010 ein wichtiges Thema für Juristen und die Unternehmens-PR werden.

Social Gaming

FarmvilleAuch Social Gaming ist nicht neu, hat aber 2009 durch Spiele wie Farmville einen Boom erlebt, der sich 2010 forsetzen wird. Farmville wird bei Facebook von rund 70 Millionen Menschen gespielt. Jedes fünfte Facebook-Mitglied säht, pflügt und erntet sein virtuelles Stück Land. Schritt für Schritt lassen sich damit Ländereien aufbauen. Ganz umsonst. Wer schneller voran kommen möchte, dem hilft der Einsatz von echtem Geld weiter  – und genau hier liegt das wirtschaftliche Potential von Social Games.

Tablets

Zum Jahresende 2009 gab es im Netz zwei heiße Themen: Das eine Thema betraf den Suchmaschinen-Riesen Google, der ab dem 5. Januar sein erstes Mobilfunkgerät mit dem Namen “Nexus One” auf den Markt bringen wird. Beim zweiten Thema drehte sich alles um ein Tablet, das Apple Ende Januar vorstellen soll. Ein Tablet ist, vereinfacht ausgedrückt, eine Art übergroßes iPhone. Dahinter steht eine mobiles Gerät, das eine neue Art und Weise der Aufbereitung und Wiedergabe von multimedialen Inhalten ermöglicht. Das Konzept ist nicht neu und speziell Apple arbeitet seit Jahren an einem Tablet. Andere Hersteller wie Microsoft (“Courier“) haben ihre Prototypen bereits in Stellung gebracht. Was ein Tablet kann, zeigt das Video in eindrucksvoller Weise. Wenn man einem Blogeintrag bei der New York Times glaubt, ist Apple-Chef Steve Jobs überglücklich mit dem neuen Gerät, das gerüchteweise iSlater heißen soll – die Erwartungen sind damit hoch.

Augmented Reality

In dem Film “Terminator” betrachtet Arnold Schwarzengger seine Umgebung durch eine Brille, die ihm zu Objekten in seinem Sichtfeld weitere Informationen einblendet. Diese Zukunftsvision von damals ist heute zum Teil schon Wirklichkeit. “Augmented Reality”, zu Deutsch: erweiterte Realität,  heißt die Technik, die moderne Mobilfunkgeräte wie z.B. das iPhone 3GS in die Lage versetzt, Bildauschnitte in Echtzeit um zusätzliche Informationen oder sogar virtuelle Objekten zu ergänzen.

Die Technik ist  jung und ihre Verbreitung wegen der wenigen Geräte, auf der sie einsetzbar ist, Apples iPhone und Android-Handys, noch gering. Aber das Potential von “Augmented Reality” ist enorm. Live eingeblendete touristischen Informationen zu Gebäuden sind ebenso machbar wie  die Einblendung von Aktionsangeboten, wenn etwa ein Kaufhaus durch die Kamera eines mobilen Gerätes betrachtet wird. Die Zahl der Anwendungen wird 2010 zunehmen.

Einen Eindruck von den Möglichkeiten vermitteln dieses Video sowie dieses:

Paid Content

Die iPhone-Applikation von WELT MobilSinkende Auflagen, wegbrechende Anzeigenerlöse und die freie Verfügbarkeit von Nachrichten im Internet gehen  Zeitungen und Verlage langsam an die Substanz. Ein Weg aus der Krise daraus könnte – neben längst überfälligen Innovationen -   über Bezahlinhalte führen, dem so genannten Paid Content. Der Springer-Verlag hat dazu im Dezember mit iPhone-Applikationen für BILD und WELT und der Einführung von Bezahl-Abonnements für das Hamburger Abendblatt zwei Vorstöße gewagt. Der Erfolg wird sich im kommenden Jahr zeigen, ich bin wenig optimstisch.

Für den Erfolg oder Misserfolg künftiger Bemühungen wird es darauf ankommen, mit dem (Online-)Leser weiter in den Dialog zu treten und von ihm zu erfahren, für welche Inhalte er bereit ist Geld zu bezahlen. Es ist nicht damit getan, auf irgendwelche Artikel das Etikett “Bezahlinhalt” zu kleben und dem Konsumenten dann zu erzählen, dass er damit “Qualitätsjournalismus” bezahle. Die Bereitschaft, für qualitativ hochwertige oder aufwändig recherchierte Beiträge zu bezahlen, ist da. Im Jahr 2010 wird es darum gehen, diese Bereitschaft in Geld umzuwandeln. Wer es auf dem Weg dahin schafft, sein arrogantes und autoritäres Auftreten abzulegen, wird schneller zu Ziel kommen.

2 Responses to “Das sind die Internet-Trends für 2010”

  1. Julien

    Ich danke für die ausreichend ausführliche Zusammenfassung – ich bin sehr gespannt, inwiefern sich Paid Content entwickeln wird und ob es vielleicht für diesen einfacher wird, sofern die Tablets in Serie gehen und bezahlbar sind.

  2. Swantje

    Lieber “Bloggemeier”,

    vielen Dank für die Erwähnung in Deinem Blog.
    Wir versprechen, das wir unser Bestes geben, um Deine Prognose wahr werden zu lassen. ;-)

    Herzlichst
    Swantje
    http://www.kooobloo.com

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