Sven Plaggemeier

Medienmensch, Netzmensch, Familienmensch

Steve Jobs ist tot

Steve Jobs ist tot

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Der gottverdammte Krebs. Nur wenige Wochen, nachdem Steve Jobs als Apple-Chef zurück getreten ist, verstarb er am Mittwochabend im Alter von nur 56 Jahren im Kreise seiner Familie an den Folgen einer Bauchspeicheldrüsen-Krebserkrankung. Steve Jobs hat mit seinen Produkten die digitale Welt revolutioniert. Doch gegen die heimtückische Krankheit war auch er machtlos.

Wie groß die Lücke ist, die Steve Jobs hinterlassen wird, werden wir erst in einigen Jahren ermessen können. Jobs war ein begnadeter Visionär, der seine Vorstellungen erfolgreich in die Realität umzusetzen verstand. Das unterschied Jobs von vielen anderen Visionären oder jenen, die sich dafür halten: Jobs war auch ein außergewöhnliches Verkaufstalent und konnte Menschen für sein Ideen begeistern. Die eigenen Angestellte übrigens genauso wie Konsumenten. iPod, iPhone, iPad – diese Geräte sind revolutionär und haben unsere modernes Leben nachhaltig verändert.

Steve Jobs ist tot

“Think different” lautet ein bekannter Marketing-Slogan von Apple. Steve Jobs dachte anders. Im Mittelpunkt seines Denkens standen die Bedürfnisse und Wünsche des Menschen in einer digitalen Welt. Das durften gerne auch mal die Wünsche von übermorgen sein.

Als Teenager der Generation Walkmen hätte ich gerne meine Musiksammlung bei mir getragen – der iPod machte es später möglich.

Und haben wir nicht schon immer von einem Taschencomputer geträumt, mit dem man unterwegs nicht nur Musik hören kann, sondern auch spielen, telefonieren, Mails schreiben, Fotos machen und unzählige Dinge mehr? Einige Jahre vor dem iPhone hatte ich mir den Pocket PC Loox 720 gekauft, der diesen Traum ein Stück weit erfüllen sollte. Der Loox scheiterte neben einigen Unzulänglichkeiten schließlich daran, dass die Hardware kein Update auf Windows Mobile 5.0 zuließ – ein Desaster.

Apple machte es besser. Es war ein genialer Kniff von Jobs, das iPhone nicht als Pocket Computer, sondern als Telefon zu verkaufen. Deswegen gibt es heute nur noch Smartphones, aber keine Pocket PCs mehr. Und wer hätte bei der Einführung des iPhone gedacht, dass das Gerät eigentlich nur ein “Abfallprodukte” des späteren iPad ist?

Was ich an Steve Jobs neben seinen visionären Ideen am meisten geschätzt habe, sind sein Sinn für Design und seine Detailversessenheit. Jobs hat nichts dem Zufall überlassen. Alle Teile eines Produkts – von der Verpackung über das Netzteil bis zur Klammer zum Entfernen der SIM-Karte – sind durchgestylt. Jobs selbst war an 313 Apple-Patenten beteiligt, wie jüngst die New York Times zusammen zählte.

Die Summe der Details macht den Unterschied. Viele Leute übersehen das häufig und kümmern sich nicht um Kleinigkeiten. Nicht so Steve Jobs.

Steve Jobs wird über seinen Tod hinaus für viele Menschen inspirierend bleiben. Nach der Meldung seines Todes wurde ein Video ganz besonders häufig im Internet verlinkt. Es ist eine Rede von Jobs, die er im Jahr 2005 vor Studenten der Stanford-Universität gehalten hat. Seine Botschaft: “Findet heraus, was ihr liebt. Eure Arbeit macht einen großen Teil eures Lebens aus. Und der einzige Weg, zufrieden zu sein, ist, das zu tun, was ihr für großartige Arbeit haltet. Der einzige Weg, großartige Arbeit abzuliefern, ist, das zu lieben, was man tut”. Und: “Bleibt hungrig, bleibt tollkühn”. In desem Sinne: Rest in peace, Steve Jobs.

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